Endlich gelüftet: Das Geheimnis des Tomatensaftgeschmacks im Flugzeug

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum so viele Menschen während eines Fluges Tomatensaft trinken? Die Lufthansa wollte es nun genau wissen und beauftragte eine Wissenschaftlerin damit, eines der letzten Rätsel dieser Welt aufzuklären.

Alles eine Frage des Drucks – so könnte man kurz das wesentliche Ergebnis einer durch das Frauenhofer Institut in Holzkirchen durchgeführten Studie zusammenfassen. Laut Andrea Burdack-Freitag, Aroma-Chemikerin, liegt die Geruchs- und Geschmacksschwelle bei niedrigem Druck höher. Und so kommt es, dass Essen und Getränke über den Wolken eher fade schmecken – ähnlich wie beim Schnupfen. Aber es gibt eine Ausnahme: Tomatensaft! Um die Bedingungen während eines Fluges nachstellen zu können, wurden die Testpersonen in eine Niederdruckkammer geschickt.

Das verblüffende Ergebnis: Während Tomatensaft bei normalem Druck oft als muffig beschrieben wurde, traten unter Simulationsbedingungen fruchtige Gerüche und süße, kühlende Geschmackseindrücke in den Vordergrund. Die Forscher wollten es natürlich genau wissen und stellten fest, dass Zucker an Bord 15 bis 20 Prozent, Salz sogar 20 bis 30 Prozent weniger intensiv geschmeckt wird. Hingegen kaum verändert sich die Wahrnehmung von fruchtigen Aromen. Und so kommt es, dass das vermeintliche Öko-Getränk Tomatensaft – mit einer kräftigen Prise Salz und Pfeffer versehen – im Flugzeug plötzlich zum Hit wird.